Studie zur Bedeutung des Internets für eine europäische Öffentlichkeit am Beispiel von cafebabel.com
By Spock on Friday, July 18 2008, 17:09 - Was gibt's Neues? - Permalink
Der EU wird seit Langem von Seiten der Wissenschaft ein Demokratiedefizit vorgeworfen. Es fehle an einer europäischen Öffentlichkeit, lautet die Kritik.
Ich denke, dass fehlende paneuropäische Medien ein Grund dafür sind, dass bisher keine funktionierende europäische Öffentlichkeit entstanden ist. Manche paneuropäische Medienprojekte scheiterten, weil die Sprachenvielfalt Europas und die Distribution zu hohen Produktionskosten führten, die die Produkte nicht finanzierbar machten. Das Internet bietet jedoch eine neue Plattform für europäische Angebote, da es gegenüber anderen Massenmedien strukturelle Vorteile aufweist. Deshalb halte ich das Internet als Medium für einen Beitrag zur Herausbildung einer europäischen Öffentlichkeit für besonders geeignet.
In meiner Studie "Europäische Öffentlichkeit und Internet. Selbstverständnis und Funktion paneuropäischer Angebote am Beispiel von cafebabel.com" möchte ich herausfinden, welche Angebote es im Internet gibt, die sich explizit mit ihrer Berichterstattung über Europa und die EU an ein europäisches Publikum wenden. Am Beispiel von cafebabel.com sollen Struktur, Themen, Nutzer, Selbstverständnis und Funktion paneuropäischer Internetangebote im Hinblick auf einen Beitrag zur Entstehung einer europäischen Öffentlichkeit analysiert werden.
Meine Fragestellung lautet: Inwiefern tragen paneuropäische Angebote im Internet zur Herausbildung einer europäischen Öffentlichkeit bei?
Ich möchte alle Babelianer einladen, zu dieser Frage Stellung zu nehmen. Verratet mir, welche Bedeutung ihr paneuropäischen Seiten im Internet und insbesondere cafebabel.com in Bezug auf eine europäische Öffentlichkeit beimesst!
Autor: Franziska Horsch
Franziska Horsch ist Studentin der Journalistik und Kommunikationswissenschaft an der Universität Hamburg
Comments
Hallo!
Ich mache gerade eine ähnliche Studie... das Thema meiner BA Arbeit heisst:
"Transnationale Medien als Impulsgeber einer europäischen Öffentlichket. Chancen und Risiken für Medienunternehmen am Beispiel Cafebabel.com
Wollen wir uns nicht persönlich austauschen???
Ich werde dich mal bei facebook oder studi adden!
Bye, bye. Ingmar
Für mich ist cafebabel insofern wichtig, da es mir ermöglicht, von problemen und inhaltlichen diskussionen in anderen ländern zu lesen, die von den deutschen medien in der regel nicht wahrgenommen werden. es ist erfrischend anders und dadurch fördert es das verständnis für viele dinge.
auf die art und weise entsteht in meinen augen mehr demokratie, da man nciht alles durch den nationalen filter sind sondern auch völlig unbekannte meinungen, themen, fakten erfährt.
und natürlich hat es im laufe der zeit auch meine identität als eu-bürgerin gestärkt, die vorher nur wenig ausgeprägt vorhanden war.
das große problem von seiten wie diesen ist, dass sie zwar theoretisch viele erreichen könnten, aber durch weit verbreitetes mangelndes interesse an politik, vor allem an internationaler politik, de facto nur wenige erreichen. und die, die vlt interesse an einer solchen seite haben, kennen sie schlicht und einfach nicht, woher auch?
von daher denke ich, dass es mit ähnlichen projekten wie cafebabel zwar möglich ist ein europäische öffentlichkeit herzustellen, aber am desinteresse der menschen scheitert.
Man muss sich nur vor Augen halten, wie viele Menschen sich die Mühe machen, Zeitungen zu lesen. Und wenn sie es tun, lesen sie natürlich heimische zeitungen mit den aktuellen nachrichten. cafebabel fehlt es daran. warum soll man hier hintergrundberichte lesen (für die sich eh nur wenige interessieren), wenn man die großen schlagzeilen zB bei spiegel.de oder tagesschau.de bekommt? mit sendern wie dem europäischen nachrichtensender wird bereits ähnliches probiert wie hier auf dieser seite, aber ich kenne niemanden, der diese nachrichten wirklich guckt. deshalb denke ich, dass erst ein grundlegender mentalitätswandel nötig ist, damit medien wie die angesprochenen eine ausreichende masse erreichen, doch ich denke dass man zumindest ihre rolle in der wahrnehmung der interessierten nicht unterschätzen sollte. ich bin froh, dieses angebot zu haben und nutzen zu können.
grüße